Wir kennen uns selten und schon gar nicht persönlich. Sie sind körperlose Figuren aus der virtuellen Welt. Sie haben einen Namen so wie wir Senderinnen, einen Nicknamen, der uns für die Zeit der Chats eine Persönlichkeit gibt. Wir müssen wir uns während der Chats relativ schnell nähern und zur Sache zu kommen. Ein kleines Geplänkel als Aufwärmphase hilft uns in Hochgeschwindigkeit an die erotische Spannung zu kommen, die er braucht um an sein Erfolgserlebnis zu kommen.
Die meisten Chats werden mit der klassischen und langweiligen Worten “Hi, wie geht´s “ eingeleitet.
Hat ein Gast einen lustigen Nick, der einen Schwanz beschreibt, nehme ich den gern zum Anlass unser Gespräch einzuleiten. Der Schwanz –sein bestes Stück – steht also gleich im Mittelpunkt unserer Konversation und thematisiert die Aufwärmphase auf das wesentliche und macht sie für mich abwechslungsreicher.
Dieser Gast nannte sich EDELSTAB (Nick von mir leicht verändert) und damit war für mich nur unschwer zu erkennen, dass sein bestes Stück auf der Goldwaage liegt, doch wie edel er selbst einstufte, wollte er mir am Ende zeigen.
ICH: hallo ? ER: hi, hallo Ich: bist du der Edelstab? Er: ja genau der
Die Fantasie treibt ja bekanntlich viele Blüten, die sexuelle Fantasien stehen dieser nicht nach. Und solange sie nicht erfüllt sind, treiben sie weiter im Kopf und hoffen auf einen Partner, der dabei hilft, diese auch mal zur Erfüllung zu führen. Ob sie in der Realität so berauschend sind, zeigt sich erst danach.
Viele Männer haben mir während der Chats eine Fantasie-Frau vorgeführt. Mal war es die Schwester, die in der Nähe war, oder es war die Tante, die grade im Bad war oder es war die Nachbarin, deren Computer er grad benutzt. Natürlich hört er sie vor der Tür auf und ab gehen, ab und zu schaut sie auch rein – leicht bekleidet, versteht sich, bis sie dann fast nackt auf seine Schoss saß. Oder es ist die Freundin, die ihm grade einen bläst, während er mit mir heiß chattet und alle die Dinge zeigen lässt, die sie ihm grade vorenthalten muss.
All die Geschichten kann ich glauben oder auch nicht.
Heut jedoch sah ich es vor laufender Kamera und musste nicht spekulieren, ob sich alles nur in seinem Kopf abspielt.
Als er sein Bild sendete, sah ich im Hintergrund einen Kopf, der alles daran setzte, damit er nicht ins Bild fällt. Erst glaubte ich an eine Puppe, doch dann sah ich, es ist eine junge Frau. Fast nackt zog er sie sich zwischen seine Beine, die er ihr geöffnte entgegen streckte. Mit der Hand drückte er an ihrem Haarschopf noch etwas nach in seinen Schoss – eine Geste, die Macht demonstrieren sollte. Als ihr Mund gestopft und sie beschäftigt war, lehnte er sich lässig auf seine Couch zurück und schrieb mir mit seiner freien Hand ein paar Sätze, die so bedeutungslos waren, dass ich nicht mal ein Wort in die Erinnerung zurück holen kann. Außerdem hatte ich nebenher noch zwei Chats am Laufen, so schaltete ich zwischen den Portalen hin und her.
Bein nächsten Blick von mir auf seine Cam lag sie noch immer beschäftigt zwischen seinen Beinen und er lässig zurück gelehnt. Kurz darauf lies er von ihr ab und zeigte mir sein bestes Stück in voller Größe und groß in die Cam und machte sich selber noch heißer, als er schon war. Sie schaute ihm zu und so sah ich das junge Ding. Für sie war ich sicher keine Konkurrenz mehr, denn ich bin ja nicht mehr die Jüngste .
Beim nächsten Blick schob er ihr Hinterteil in Richtung Cam und dann sein bestes Stück hinein. Sah irgend wie weder erotisch, noch genussvoll aus. Mein Blick erfasste zwei nackte Leiber, die aneinander gepresst waren, von dem sich sein dürrer Leib sich rhythmisch in ihren strammen Hintern stößt und seinem Geiste war ich sicher die Zweite Frau und die dritte im Bunde…
Mittermeier hat sie schon in seinen Witzen verheizt und doch glaubt man, das sie nur fiktive Menschen sind – die Arschlochkinder
- auch AK-Kinder genannt.
Doch es gibt sie auch im wahren Leben und wenn sie erwachsen sind, dann treiben sie ihr Unwesen auch in den Sexchatpaortalen. Dort tauchen sie bevorzugt in den kostengünstigen – ich will nicht sagen billigen - Portalen auf. Ohne wenn und aber kommen sie gleich zur Sache und fragen nach ihrem Begehren.
„Kann ich mal deinen Arsch sehen?“
Ich formuliere diese Frage schon etwas kultivierter, als ich sie im Chat zu lesen bekomme.
Naja, ich will ja kein Spielverderber sein, denn von Arschlochkindern kann man ja kein komplexes Denken und Handeln erwarten und ich drehe mich mit der Antwort:“Ok“ mal kurz um.
Da ihm eine wortreiche Konversation wahrscheinlich zu wider ist, trägt er mir mit wenigen Worten den Wusch seiner Begierde vor.
„Zeigt mir dein Arschloch“
Naja – ich gebe zu, die Frage kommt nicht unerwartet, denn ich konnte mir schon ein Bild von dem Gast in meinem Chat machen. Er trifft auf die Beschreibung von Mittermeier 100% zu.
Da gibt es bei mir Tage und ich mache eine Verrenkung, dass er glaubt, er bekommt was zu sehen und da gibt es Tag, da frage ich den Gast, ob er etwas freundlicher sein kann.
Mühevoll schiebt er sich ein „bitte“ raus und hofft so auf das Objekt seiner Begierde „Das Arschloch“
Und scheinbar mühevoll zelebriere ich eine weitere Verrenkung und zeige ihm die Gegend, auf die er scharf ist und mit einem Klack ist er so schnell wieder weg, wie er gekommen ist.
In dieser Woche häuften sich diese „netten AK- Gäste in meinen Chat und ihr zahlreiches Auftauchen asszoziierte bei mir eine Szene aus dem Flim Spaceballs, eine gelungene Parodie auf den gigantischen Film „Krieg der Sterne“.
In der besagten Szene läßt Lord Helmchen von seinem Schießkkommado ein paar gezielte Kanonenschüsse auf seine Feinde losdonnern, doch staut er nicht schlecht, dass alle Schüsse daneben gehen. Erbost nimmt er einen seiner Soldaten unter die Lupe. „Wie heißen sie?“ fragt er den Menn. Der wendet Lord Helmchen sein Gesicht zu und nennt seinen Nachnamen: „Arschloch , Sir“ und schaut mit perfekten Schielblick in die Augen von Lord Helmchen. Kurze Zeit später stellt der Lord fest, dass alle seiner Schießsoldaten mit einander verwandt sind.
„Bin ich denn nur von Arschlöchern umgeben?“ schreit der Lord verzweifelt in die Runde.
Fast hätte ich diese Woche auch so einen verzweifelten Aufschrei losgelassen.
Doch zum Glück hat sich die Lage wieder gebessert und er loggte sich u.a. auch ein Gast „Asslover“ ein, der nur nach meinem Busen schauen wollte…..
den Senf dazu