„Als die Musik vorüber war, trat Ruhe ein, eine Heiterkeit, eine Verbindung mit dem Leben und eine Bejahung der Existenz.
In dem sie uns die Hölle zeigten nahmen sie uns in dem Himmel mit;
Indem sie den Tod herbei riefen, sorgten sie dafür, das wir uns lebendig fühlten;
Indem sie uns mit Entsetzen konfrontierten, wurden wir frei, um mit ihnen die Freude zu feiern;
Indem sie unsere Empfindungen der Hoffnungslosigkeit und der Trauer bestätigten, führten sie uns in die Freiheit“
Schauer oder Schmerz ?
Schauer ist die Furcht vor der Begegnung mit unserer Angst. Im Zustand des Schauers sind wir im Alarmzustand, um darauf vorbereitet zu sein, uns im nächsten Moment verteidigen zu müssen.
Wir wissen nicht, aus welcher Ecke die Gefahr zu erwarten ist.
Wir wissen nicht, was im nächsten Moment uns passieren wird.
Wir wissen nicht, ob wir der drohenden Gefahr gewachsen sind.
Wir befinden uns im Niemandsland und sind allein, mit unserer Fantasie, die durch die Furcht gefüttert wird. Alles können wir uns ausmalen, weil alles möglich ist. Wir können vor der drohenden Gefahr fliehen, wir können uns ihr auch stellen. Der Alarmzustand erfasst unser gesamtes Denken, wir sind im Zustand der höchsten Konzentration, die die Entscheidung zu folge haben wird, fliehen oder stellen. Eine starke Empfindung, die den gesamten Körper erfasst, durch alle Nervenbahnen alle. Bereiche des Körpers erfasst, ihn wieder spürbar lebendig werden lässt. Wir kommen mit uns selber in Kontakt, mit unseren Ängsten. Die drohende Konfrontation mit ihr lässt uns lebendig werden.
Sind wir der Gefahr entronnen, dann tritt Erleichterung ein und innere Spannung hält jedoch noch lange an.
Schmerz ist nicht mehr die drohende Konfrontation mit der Angst, sondern verlangt die Auseinandersetzung mit ihr. Sie löscht die Fantasie aus, der Inbegriff der Angst ist Realität geworden. Wir suchen während der Auseinandersetzung mit ihr nach Konzepten, wie wir mit ihr umgehen, wie wir mit ihr fertig werden. Mit ihr kämpfen, sie erdulden, sich ihr ergeben, sich in ihr fallen zu lassen, sie als ein Teil von uns annehmen. Eine Entscheidung auf diesen Ebenen wird notwendig, ohne sie geht es nicht, sonst wird sie unerträglich, treibt uns in den Wahnsinn, denn wir können ihr nicht mehr entfliehen.
Haben wir ein tragfähiges Konzept gefunden, dann tritt Erleichterung ein.
Schmerzen sind die stärksten Empfinden, sie sind körperlich spürbar, lassen uns fühlen, wir sind noch am Leben.
Schauer oder Schmerz, es ist ein Spiel mit der Macht. Der Mächtige ist immer der, der dieses Spiel in der Hand hat, der Ohnmächtige, immer der, der der Macht ausgeliefert ist.
In den zwischenmenschlichen Beziehungen geht nicht nur im sexuellen Bereich um Macht, sie wird in vielen Lebensbereichen ge- und benutzt. Dies geschieht dann von den Beteiligten unbewusst. Sie fügen sich gegenseitig Schmerzen zu, oder lassen ihn Erschauern, indem sie drohen, mit Liebesentzug z.B., sind gefangen ihn ihrem Spiel. Alles geschieht ohne Vorwarnung, ohne Absprache, ohne Respekt voreinander.
Anders in der Welt der Sexualität, indem das Spiel mit der Macht in gegenseitigen Einvernehmen und Absprachen gespielt wird. Das setzt voraus, dass die Partner sich gegenseitig respektieren und er die Wünsche der anderen kennt.
Ob er die drohende Konfrontation wünscht oder sie Konfrontation an sich erleben will.
Ober er nur bis in den Bereich der Fantasie vordringen will oder eine direkte Auseinandersetzung erleben will……………
den Senf dazu